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Die Beatmusik in der Bundesrepublik Deutschland 1963 -67 von Hans-Jürgen Klitsch 

THE PHANTOM BROTHERS

The Phantom Brothers galten als schärfste stonesmäßige Rhythm & Blues Band in Norddeutschland. Sie machten schon eine Rock`n`Roll Band als andere noch auf dem Akkordeon übten oder sich im Spielmannszug verdingten. Das war 1958. Die Phantom Brothers, zwei Brüderpaare, wurden als harte, rauhe Gang gehandelt, die allein schon durch ihr Aussehen auch die aggressivste James-Dean-Club-Truppe auf Distanz hielt. Sie coverten sich quer durch die Chuck Berry/Stones-Schiene, nach vorn geprügelt von einer höllischen Rhytmussektion, bestehend aus jeweils einem der Brüder, stahlharte Jungs.

Rudi´s Boots u. DrummachineOlgerd Woköck: „Der Rudi war  ein Schlagzeuger, hart wie ein  ein Holzfäller. Er hatte die Stöcke immer verkehrt herum in der Hand, um mit den dicken Enden ordentlich zu knallen. Er powerte auch auf der Fußmaschine rum wie ein Dampflock und verschliss dabei echt die Sohlen seiner Beatstiefel. Als wir aufhörten, das war im Winter, die Stiefel waren durchgelatscht und er hatte ganz geschwollene Füße, da hab ich mir gedacht: Mensch, war es das wert?“  Man sollte hinzufügen, daß Rudi erst spät das Sitzen gelernt hat. Um mehr Power in seine Schläge zu bringen, hat er jahrelang hinter dem Schlagzeug gestanden. (siehe oben)

Rudi - Power ohne EndeRudi tunte das Schlagzeug der Remo Four verkaufte sein Slingerland Schlagzeug  an the Liverbirds und trommelte überwiegend auf Ludwig-Drums.


OlgerdVorn paradierten mit dem Lead- und Rhytmusgitarristen zwei der geilsten Typen, welche die deutsche Beat szene hervorgebracht hat. Für die Phantom Brothers galt das Motto „nicht kleckern, sondern klotzen“! Als der Fassonschnitt noch das Haupt der meisten deutschen Beatband zierte, trugen sie die Haare auf den Schultern, und Olgerd, der Rhytmusgitarrist, Leadsänger und Showman der Band, ließ seine schwarzen Locken wohlig um die Brustwarzen streicheln. Es gab nur zwei oder drei deutsche Musiker der Mittsechziger, die einen ähnlichen Kopfputz aufweisen konnten. Da haben die Leute auf der Straße die Messer gewetzt, und wenn die Jungs nicht wie die Daltons ausgesehen hätten, wäre so manche Anmache angesagt gewesen. Aber wer solchen Brüdern begegnet, der hält sich fein zurück. „Nur einmal in Bielefeld wurde es gefährlich. Die hatten mich regelrecht umzingelt und wollten mir an die Wäsche. Ich hab dann einem er Jungs vor das Schienbein getreten und bin weggelaufen. Sie haben mich nicht gekriegt. Im übrigen sollte man mal was richtigstellen. Ich war nicht der Musiker mit den längsten Haaren, obwohl das überall so dargestellt wird. Als wir im Star-Club Bochum spielten, waren da auch Scotty and The Silver Strings engagiert. Der Sänger, Scotty, hatte noch längere Haare als ich.“ März `66 war das.

Auch mit ihren Autos waren die Phantom Brothers so etwas wie die Könige auf dem Beat-Highway. Horst und Wolfgang hatten einen Führerschein, und zu den Gigs ging`s im Opel Kapitän. Zwei Stück hatten sie davon. Vorne je zwei der Musiker, hinten die Anlage. „Das waren diese schwarzen Buckelkapitäne. Wenn die andern im Bulli fuhren, dann kamen wir im schwaren Opel.“ 6-Zylinder, 2,5 l, 55 PS, Spitze 125 km/h. Später steigerten sie sich auf die 79 PS-Variante, 135 km/h.

„Mein Bruder hatte dann mal kurz einen Adenauer-Mercedes, einen 300er. Den hat er bei Pforzheim den Hang hoch gejagt und aufs Dach gelegt. Am gleichen Abend hat er wieder mit uns gespielt, im Star-Club Karlsuhe, mit Splittern im Kopf. Autos haben schon immer unseren Weg bestimmt.

Horst u. Kollegen: Ali-Horst-MichelDer Horst Krüger hatte, als wir beschlossen, eine Band zu gründen, ein VW-Cabrio. Das war überall auf edelste mit Nieten beschlagen – ein waschechtes Rockerauto. Den hat er dann verkauft. Für den Erlös haben wir uns einen Buckelopel, die waren ja billig, und `ne Anlage gekauft. Da waren wir ja noch zu dritt, da saßen wir in einer Reihe auf dem Frontsitz, die Anlage hinter uns.“

Die Phantom Brothers erspielten sich schnell einen Namen, und Manfred Woitalla engagierte die Band für seinen neu gegründeten Star-Palast in Lüneburg. „Dort sind wir mit dreißig Instrumental- und fünf Gesangsstücken angetreten. Die haben wir rauf und runter gespielt. Bis in die frühen Morgenstunden. Nachts haben wir auf Luftmatratzen oben auf dem Balkon geschlafen. Tagsüber haben wir dann gequastet. Die Wände und den Bühnenhintergrund schwarz, dann hat Heinz Richter, ein schon etwas älterer Künstler, die Hochhäuserkulisse aufgemalt. Unsere Malerarbeiten waren in der Gage inbegriffen! Der Richter hat seine Bezahlung gleich an Ort und Stelle versoffen.“ Mit den chinesischen Lampen an der Decke und den in in blauer Leuchtfarbe aufgetragenen weiblichen Schönheiten als Seitenwand-Dekoration durfte der Star-Palast durchaus als illustre Laube gelten.

Die Phantom Brüder waren die typische Schwarzweiß-Band, schwarze Hosen, schwarze Lederwesten quergestreifte T-Shirts und eine blasse Gesichtsfarbe vom Mangel an Sonnenlicht.

Und wenn Olgerd bei Beautiful Delilah seine Urwaldshow abzog, dann ging die Post ab. Die Maraccas schüttelte er sich vor seinem Gesicht, das Tamburin knallte er sich auf den Hintern,und dabei stolzierte er am Bühnenrand auf und ab, in einem Kniegang, der eine Mittelding zwischen Mick Jaggers Herumgeprolle, Bo Diddleys Shuffleschritt und Chuck Berry Entengang war. Da bekamen die Mädchen (nicht nur) feuchte Augen. Und die Jungs auch. Wolfgang und Horst wechselten zwischen Leadgitarre und Bass hin und her, dass dem Publikum schwindelig wurde. Dabei rollte ihnen eine Breitseite schlimmsten R&B-Sperrfeuers entgegen. Wer nah am Bühnenrand stand, dem wehte es die Haare nach hinten. „Wenn ich dann ins Publikum abtauchte und diesen Gibson Stereo-Sound links und rechts aus den Boxen kommen hörte, dann wußte ich was das Publikum empfand.

Diese Band war so durch und durch R&B, dass, wie mir Olgerd bei einem Telefongespräch in den frühen 80er Jahren damals sagte, dass ihnen ihre von der Sammlergemeine geschätzte und höchstgeachtete Platte Chicago – einer der deutschen Kultsongs – am schlechtesten gefiel. „Das war nix,“ sagte Olgerd damals, „wir waren eine Stones-Band!“ Immerhin können sie sich heute rühmen, Oh Carol bereits vor den Rolling Stones aufgenommen zu haben, allerdings textlich deutlich deformiert, oder sollte ich sagen, kreativer? „Als die Stones-Version dann auf Platte erschien, haben wir gesagt, „Ach, schaut euch die Pupsies an!“. Und sie waren – nicht ohne Bedeutung für dieses Buch – auch die erste deutsche Meute, die Shakin Àll Over auf Platte bannte. Bernd Schulz (ex-Shotguns 0> e-Sharks, prä-Faces =>, prä-Rattles =>) hat sich mal aufgedrängt, als 5. Mann und am Klavier. „Aber wir waren durch-und-durch weißer Rhythm And Blues, zwei Gitarren, Bass, Schlagzeug, der passte irgendwie nicht zu uns, und so hat er nur kurze Einlagen bei den Phantom Brothers gespielt.

Die Phantom Brothers-Show wurde immer wilder. „Das lag an den Preludin und Captagon-Pillen. Die enthemmten dich. Erst haste mit dem Fuß gewippt, das war dann was. Einen Monat später wackeltest Du schon mit dem Kopf, als die anderen Bands noch ganz steif auf der Bühne standen. Später haben wir dann ein Medley von Pretty Thing/Mona gespielt und uns rückwärts von der Bühne ins Publikum fallen lassen. Dann kamen noch die Stoboskope auf. Da drehtest du dann völlig durch. Man wurde nach so einer Show kaum wieder klar im Kopf. Aber unsere Show machte ziemlichen Eindruck. Als wir in Nürnberg spielten, wa da so eine Fernsehcrew im Saal. Die standen alle untätig herum und filmten nichts. Dann begannen wir mit Satisfaction, und da schmissen die ihre Kameras an, und rasten hin und her, damit sie auch alles schön auf Film bekamen. Das wurde auch im Fernsehen gesendet, ein paar Minuten nur, aber es wäre schön, das heute mal zu haben. Wir sind ja sonst nie im Fernsehen gewesen. Wenn heute die Oldies-Sendungen laufen, dann sind immer die gleichen Bands zu sehen. Rattles, German Bonds, auch die Boots und solche Bands. Wir fehlen immer. Der Weißleder hatte dem Leckebusch damals gesagt, er solle uns mal anschauen, wir wären was für seinen Beat-Club. Wir spielten gerade in so einem heruntergekommenen Laden in Bremen, da war absolut keine Publikum mehr. Der Leckebusch kam dann auch, und gerade als er zur Tür herein kam, spielten wir aus Jux Wiener Blut. Und der Laden gähnend leer. Da hat er auf dem Absatz kehrt gemacht und ist gegangen.“



Parkhalle in IserlohnDie Jungs von den Phantom Brothers waren eigentlich nicht schön,“ (aber das waren die Stones ja auch nicht), gestand mir vor kurzem die Marita, die „64/65 in – ich glaube – der La Paloma Grotte in Bremen Bardame war. „Wenn der Leadsänger (Olgerd) mit nacktem Oberkörper über die Bühne sprang, hatte den knackigsten Arsch, den ich bis dahin gesehen hatte. Und die Band machte eine Mordsschau! Von denen war ich ganz hin und weg. Achim Reichel blieb da richtig blaß gegen!“

Uhr kaputtDie Band machte jeden Blödsinn mit. „In Frankfurt, wir spielten im Arcadia, hatten so Saufbrüder eine Uhr auf das Pflaster gelegt. Als Horst sich bückte, zogen sie die Uhr an einem Band weg. Na warte, sagt Horst. Wir sind dann weiter gegangen und nach einem Stück wieder zurück. Gleiches Spiel, nur Horst diesmal ganz schnell – mit seinem Beatstiefelabsatz kräftig auf den Chronometer!“ In Berlin spielten sie im Playboy Club, da gab es einen Swimming Pool mitten im Laden. „Wir haben da im Wasser gespielt, Beat im Wasser! Der Rudi und der Wolfgang, die mochten gerne Alkohol. Ich und Horst nicht. Ich stand auf Kaffee und Kuchen. Ich bin dann mit meiner Mähne, aber ganz adrett in Schlips und Anzug in eine Café auf dem Kurfürstendamm spaziert. Da kamen gerade so ein paar Omas raus, die fingen regelrecht an zu zittern, als sie mich sahen. So schockiert waren sie. Ich habe mich dann vor sie hingestellt und auch so gezittert. Wir wollten ja provozieren mit unseren Haaren. Mein Vater, so ein gestandener Ostpreuße, vor dem ich einen Riesenrespekt hatte, weil er mir auch schon mal eine Tracht Prügel verpaßte, hat mich zweimal Heiligabend rausgeworden, wegen der langen Haare. Und wir wohnten ja alle noch zu Hause, und Weihnachten war das die einzige Anlaufstelle, obwohl wir alle Kinder aus kaputten Ehen waren. Scheidungen und diverse Stiefmütter und Stiefväter. Da muß man sich dann etwas im Leben suchen, was einen glücklich macht. Für uns war das der Rock`n`Roll.“

Muschelkrieg
Die Geschichte der Phantom-Brüder ist schnell erzählt. 1958 taten sich Olgerd Woköck, rg. Voc, Horst Krüger, lg. Und Rudi Krüger, dr. zusammen um als THE PHANTOMS den Rock`n`Roll nach Rendsburg zu bringen. „Wir waren die härteste Rock`n`Roll Band weit und breit. Nur Sachen von Eddi Cochran, Gene Vincent, Jerry Lee Lewis.“ Zwei Monate spielten sie zu dritt, dann stellten sie fest,daß zu einem richtigen knackigen Rhythmus auch ein Bassgitarrist gehörte, und so kam Olgerds Bruder Wolfgang von den Tornados, einer Instumentalband im Stile der Shadows, aus Bayern, um den Bass zu machen. Und damit waren die Phantom Brothers aus der Taufe gehoben. „Eins unserer ersten Engagements war im Sancoussi in Bremerhaven. Das war ein ganz übler Schuppen, hinten war gleich der Puff, und ständig kamen da die Nutten rein und die Polizei, die irgendwelche Typen suchten. Über der Bühne hing eine riesige Muschel. Da kamen die Neider von den Lokalmatadoren dann auf die Idee, die Seile durchzutrennen und die Muschel fiel auf Rudi. Der saß dann hinter dem Schlagzeug und stemmte die Muschel, bis sie wieder befestigt wurde.“

Im Dezember `63 nahmen The Phantom Brothers am zweiten Star-Club (Band) Wettbewerb teil und belegten gleich den 3. Platz. Sie waren als Nr. 18 an den Start gegangen, in Hamburg noch völlig unbekannt und ohne Fangemeinde angereist. Die Bühnenuraufführung von Shakin`All Over gelang, und als Belohnung durften Sie ihre ersten Schallplattenaufnahmen für den Ariola-Sampler LP „Rock And Beat Band Competition“ machen. Für den Manfred Weißleder waren wir ja interessant, weil wir sofort zur Verfügung standen, denn unsere Jobs hatten wir schon aufgegeben.“ So wurden sie mehr oder weniger in die Star-Club-Mannschaft vereinnahmt, was damals zwar keine Garantie für Reichtümer, aber endlose Tourerei bedeutete. Es eröffnete jedoch auch Gelegenheiten. So wurden sie als Teil einer Radio Luxemburg Sendung im Star-Club live aufgezeichnet. Es wurde gesendet, und eine halbe Stunde waren die Phantom Brothers dabei. „Wir hatten immer gut zu tun.

TourneeplanViele Tourneen. Ich kann mich an eine Tournee erinnern, mit den Rattles und den Liverbirds, da haben wir in Mainz gespielt, und es hatte irgendwelche Unregelmäßigkeiten mit dem Kartenverkauf gegeben. Die Besucher waren irgendwie ziemlich in Rage, und man befürchtete, daß es Ärger geben und sich der gegen die Bands richten würde. So haben sie dann vor der Bühne ein Gitter runtergelassen, und hinter diesem haben wir gespielt.

Mit Tony Sheridan (=>) und den Four Renders (=>) sind wir – illegal übrigens, weil ohne Arbeitserlaubnis – im Iron Door Club in Liverpool aufgetreten.

Flugplatz von LiverpoolWir sind mit einem Flugzeug ohne Druckausgleichskabine geflogen. Da hatten alle Ohrensausen, und manche vertrugen das nicht, und denen ging`s richtig schlecht. Dort haben wir uns die Beat-Stiefel gekauft. Als Rudi aufhörte, trug er immer noch die gleichen.

Im Iron Door Club haben und die Mädchen zum ersten mal die Haare nach vorn gekämmt. Wir waren ja Rock`n`Roller, also wurden die Haar wieder zurückgekämmt. Die Mädchen haben sie dann wieder über die Augenbrauen gebürstet, so ging das hin und her, bis man uns überzeugt hatte. Die männliche Stirn wirkt ja in ihrer Art ziemlich brutal, und so hatten bis dahin ausnahmslos Jungs vor der Bühne bei unseren Konzerten gestanden. Mit den Haaren nach vorn sagen wir kuscheliger aus, und auf einmal standen da nur noch Teenis. In Bielefeld, wir spielten auf dem Johannesberg, standen irgendwann so an die 500 Mädchen vor der Tür. Das war schon stark.“

2 mal "Gibson Stereo"Auch sein Gig im Karlsruher Star-Club (mit den gerade zu Chartehren gekommenen Casey Jones & The Governors) ist Olgerd in Erinnerung geblieben. „Da hat man mir meine Gibson-Stereo geklaut, beim Einladen. Wir haben den Kerl noch um die Ecke rennen sehen. Danach hatte ich eine Fender, aber die war bei weiten nicht so mächtig.“

Berlin "Deutschlandhalle"Die Krönung ihrer Karriere war ein Gig in der Deutschlandhalle in Berlin. „Dort traten wir ganz in Schwarz an. Schwarze Hemden und schwarze Lederklamotten. Wir waren gerade aus England zurück und hatten uns Beatlefrisuren gelegt. Die Leute in Berlin hatten sowas noch nicht gesehen. Wir spielten als erste, vor 11.000 Besuchern, und die fanden und richtig gut. Dann spielte Tony Sheridan mit der Big 6, dann King Size Taylor und die Dominos, dann Johnny & The Hurricanes, mit denen wir noch weiter rumgetourt sind, und als Höhepunkt Jerry Lee Lewis.

Man mag annehmen, daß die Bindung an die Star-Club-Bruderschaft den Phantom Brothers zum Nachteil gereichte, denn erst als sie sich von den St. Pauli-Managern losmachten, hatten sie Muße, eigenes Songmaterial auf die Beine zu stellen. Da war es aber schon zu spät. Zwischenzeitlich hatten sie jedoch ein paar Samplerbeiträge abgeliefert, allesamt gute Conversionen härter Standards, und d`66 hatte ihnen Achim Reichel, der Rattles-Bandleader, einen Song auf den Leib geschreiben, den er der Einfachheit halber – in einer Nachmittagssitzung in den Maschener Studios – auch gleich produzierte: Chicago ist der wohl reinste und knackigste Teenpunk-Song, der je aus deutschen Landen kam, und er hat längst auch in der Internationalen Sammlerszene seinen ihm zustehenden Stellenwert. „Ich glaube auch, dass wir damals einen Fehler gemacht haben. Wir waren mit dem Achim Reichel /The Rattles =>) zusammen zu einem Gespräch bei Manfred Weißleder. Achim schlug vor, Rockmusik mit deutschen Texten zu machen. Als Rattle konnte er das nicht selber machen, also sollten wir es tun. Wir haben das rundweg abgelehnt. Wir waren Rock`n`Roller, und ein Rock`n`Roller sang nicht in Deutsch. Ich glaube, wir hätten uns darauf einlassen sollen. Später sind ja einige mit deutschen Texten ganz groß rausgekommen.“

Nachdem die Band gegen Ende `66 begonnen hatte, sich aus der Star-Club-Fraternität zurückzuziehen, versuchte man es noch eimal mit einer Single auf einem Kleinstlabel :

Shoot Your Shot (sic)! Schwerblütiger R&B, der gut abgeht und in die erste Garnitur gehört.

So verabschiedeten sich nach einem Konzert im Astoria in Hamm `69, Olgerd (um DJ zu werden) und Rudi Krüger. Wolfgang Woköck und Horst Krüger (prä-The Lizzy) holten sich Michael Scholz (prä-Missus Beastly), org. Manfred Lembrecht, dr und versuchten dann auf dem Vanilla Fudge-Zug zu fahren. Auch eine Umbenennung in ALEGORIC ALMOND (1970) konnte die Band nicht retten. „Da fehlte das Showelement,“ meint Olgerd abschließend.



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